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7. Juni 2016: Schmerz meets Sucht

Ein interessantes Symposium fand am Mittwochabend im ehrwürdigen Refektorium des zum städtischen Klinikum München gehörenden Klinikum Schwabing statt. Spezialisten aus Schmerz- und Suchtbereich präsentierten aktuelle Erkenntnisse zum Thema und zur Therapie.

Professor Pogarell, Suchtmediziner an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig Maximilian Universität München, vermittelte zunächst neurobiologische Aspekte der Erkrankungsformen. Interessanterweise scheint neben der Sucht auch der Schmerz, den Weg über das Belohnungssystem im Gehirn zu nehmen. Bei beidem findet eine Dopaminausschüttung in entsprechend belohnungsrelevanten Zentren statt. Das Besondere hierbei: Die Erwartung des Ereignisses löst diese Ausschüttung aus. Das Ergebnis, was letztendlich geschieht, ist zweitrangig.

War bis jetzt bekannt, dass langjähriger Schmerz durchaus zu Medikamentenabhängigkeit und Sucht führen kann, brachten wissenschaftliche Studien die auf diesem Symposium präsentiert wurden, Erstaunliches hervor. Mehr als die Hälfte derer, die unter einer Suchterkrankung ohne Schmerz litten, entwickelten im Laufe der Jahre eine chronische Schmerzerkrankung hinzu. Gerade bei Opioid Fehlgebrauch ist bekannt, dass sich daraus eine verstärkte Schmerzsensibilität entwickeln kann.

Einer Einführung in Organisation und Ablauf der Schwabinger Schmerztagesklinik von Dr. Steinberger, folgte "Handfestes" von der Suchttherapeutin und an der "Basis" arbeitenden Ärztin, Kirsten Meyer.

Sie berichtete von den häufig sich zeigenden Charaktereigenschaften Suchterkrankter, die sich in verleugnen, bagatellisieren oder auch übersteigerten Darstellungen zeigten, je nachdem wie hoch die Abhängigkeit und der gerade benötigte Bedarf an Suchtmitteln sich darstellte.

Verlässlichkeit und Würdigung, feste Abmachungen und Regeln, sollen einerseits von therapeutischer Seite, anderseits von der strukturellen Vorgabe dazu dienen, den betroffenen Personen Sicherheit und Vertrauen zu schenken und auch zu signalisieren, dass der Therapeut sehr wohl um Ursachen und Folgen im Bereich Sucht Bescheid wisse.

So liegen Suchterkrankungen häufig erschütternde Kindheitsereignisse zugrunde. Kriminelle Handlungen, die mit der Suchterkrankung einhergehen, sind deswegen auch im Zusammenhang mit Angst und Suchtdruck zu sehen.

Zusammenfassend betrachtet, sollten Sucht- und Schmerzexperten ihre Zusammenarbeit intensivieren, da die jeweilige Komorbidität in grossem Maße vorhanden ist. Neben den speziellen Therapien wird sowohl im Schmerz- als auch im Suchtbereich, der körperlichen Aktivierung und der Entspannung grosse Wirksamkeit beigemessen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bietet in diesen Bereichen grosse Erfahrung. Wirksamkeit zeigt hierbei die richtige Kombination aus körperlicher Aktivierung und Regeneration nicht nur in Prävention und Kuration, sondern insbesondere auch dann, wenn es darum geht diese Verhaltensänderungen nachhaltig beizubehalten.

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